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In Memory of Jochen Peters

Jochen Peters

„Lu Lafayette“ auf der Suche nach dem kleinen Glück

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"Lu Lafayette"

Jochen Peters wurde am 13. Januar 1953 in Bremen geboren und verstarb völlig unerwartet am 11. April 2003 in Achim bei Bremen. Damit wäre seine Geschichte auch schon fasst erzählt, wenn er keine Spuren der Nachwelt und nicht ein tiefes Loch bei seinen Fans, Weggefährten und Freunden hinterlassen hätte. „Lu Lafayette“ wäre im Januar dieses Jahres 55 Jahre alt geworden. Zeit, sich zu erinnern.

Seine Tour als Musiker begann in einer der vielen zahllosen Bands in seiner Stadt, wie bei vielen anderen auch. Bereits mit 13 Jahren als Schüler, bediente er als Keyboarder 1966 die Tasten bei „Mama McPottle‘s Brand New Kids“ um sich dann, ein Jahr später, dem Rock und Soul bei der „Street Arab Group“ zu verschreiben.

In diesen ersten Jahren ging er ein Stück seines Weges mit Wolfgang ''Timber'' Litter, den er aus den verschiedenen, gemeinsamen Bands her kannte und mit ihm zusammen gespielt hatte. Beide machten zwischenzeitlich ihr eigenes Ding, „Lude“ bei den „Feeling & Inspiration“ und Wolfgang kam von der  „Group of Soulspiration“, um sich in einer Formation namens „Panzer“, die Ryhthm‘ n Blues zum Besten gab, wiederzufinden. Auch diese Verbindung war von kurzer Dauer. Wolfgang verabschiedete sich in Richtung „Tomorrow Too“ und „Lude“ gab ein Gastspiel bei der „Zwergenschule“.

Hier traf er mit Musikern, wie dem Bassisten Joseph ''Joe'' Hess und dem Drummer Kai Stellmann zusammen. Diese musikalische Zusammenarbeit sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt noch auszahlen. Die Band zerwarf sich über musikalische Differenzen. Joe Hess und Kai Stellmann gründeten die Formation „Heizöl“ wärend „Lude“ sich der Band „Tomorrow Too“ anschloss, bei der er, neben Luc Bertin (org.), die Keyboards bediente.

Die Band firmierte um und nannte sich nun „Gash“ und blieb ihrer progressiven Linie treu, wobei vornehmlich Eigenkompositionen von „Lude“ zum ständigen Repertoire gehörten. In den frühen 70er Jahren wurden eine Single und eine LP veröffentlicht. Die Gruppe löste sich 1973 auf, als „Lude“ ein Angebot der Hamburger Altmucker, den Rattles bekam, die in den frühen sechziger Jahren noch als Beat-Band ihre Erfolge feiern konnten, wie etwa 1962 den Titel „Beste Beat Band “ im Hamburger Star-Club, von denen allerdings zu diesem Zeitpunkt und aus dieser alten Zeit nicht mehr viel übrig war. Auch war der Zenit des Hits „The Witch“, geschrieben von Herbert Hildebrand, im Nebel der kurzlebigen „Hit Line International“ auf dem absteigenden Ast und Herbert Hildebrand war längst bei „Mademoiselle Ninette“ u.a. angekommen.

Was „Lude“ also vor gefunden hat, waren nicht etwa Achim Reichel oder Herbert Hildebrand, die sich längst verabschiedet hatten, sondern eher solche nicht minder guten Mucker wie Frank Mille (git.), „George'' Meier (git.), Kurt „Zappo“ Lüngen (bass) und Wolfgang ''Al'' Brock am Schlagwerk sowie Edna Béjarano (voc.) die gedanklich aber eher schon gegangen als geblieben war. Ihr folgte kurze Zeit später die Sängerin Linda Fields und dem Drummer Wolfgang Brock, der Bremerhavener Trommelwirbler George B. Miller.

Eine kleine Weile ging alles gut und neue Erfolge stellten sich zum Einen nicht und zum Anderen irgendwie doch ein. Das Album „Gin Mill“ aus der Feder von „Lude“ und Frank Mille floppte.

Jedoch wurde 1975 mit der Formation „Linda & the Funky Boys“, die mit der Besetzung der damaligen „Rattles“  identisch war und eigentlich nur als Notlösung der Plattenfirma RCA für den deutschen Markt hergehalten hatte, der Topseller „Shame, shame, shame“ (RCA
PPBO-4052) als deutsche Antwort des gleichnamigen Titels von der amerikanischen Sängerin „Shirley“, auf den Markt gebracht und verkaufte sich innerhalb kürzester Zeit ausgesprochen gut.

Frank Mille, der Kopf der Truppe, forciert nunmehr verstärkt „Linda“ und der Rest wurde immer mehr zu den „Funky Boys“ was für die Band eher nicht „Funky“ war und schon gar nicht für „Lude“, der im Hinterkopf ganz andere Ideen im Orbit kreisen ließ.

Zusammen mit den ehemaligen Bandkollegen  George Meier (git., voc.), Rico Christian (git., voc.), Joseph ''Joe'' Hess (bass) und Kai Stellmann (dr. ), hebt er 1977 sein Erstlingswerk „Lu Lafayette´s Wolfsmond“ aus der Taufe. Produzent ist Frank Mille und die Hamburger Plattenfirma „Bellaphon“ ist mit im Boot.

Den Leuten gefällt es. „Ludes“ Stil zu singen, seine tiefsinnigen aber dennoch poetisch verfassten Texte überzeugen genau so, wie das exzellente Gitarrenspiel eines George Meier, der damit schon bei Bands wie Cravinkel oder Rattle Pie & Family (später wurde daraus Randy Pie & Family bzw. Randy Pie) überzeugte.

Für Jochen „Lu Lafayette“ Peters beginnt eine kleine Erfolgsgeschichte. Weitere Alben, nun unter dem Bandnamen „Wolfsmond“, erscheinen. Doch der große Durchbruch bleibt trotz überregionaler Beachtung aus.

Der sensible Künstler zieht sich zurück. Lernt seine große Liebe „Joey-Ann“ in einem Bremerhavener Lokal kennen. Hoffnung lodert. Mit ihr geht er für ein halbes Jahr nach Hawaii und heiratet. Nach seiner Rückkehr, sie bleibt auf dem Eiland zurück, stürzt er sich in neue Arbeit und heuert u.a. bei den Emsland Hillbillies als Gitarrist und Keyboarder an. Daneben steigt er kurzzeitig, bei der Deutsch-Portugiesisch-Chilenischen Fusion der lateinamerikanischen Solisten "Cocktail Tropical" mit ein und tingelt.

Doch auch dieses Schiff segelt nicht den Kurs den er als Kapitän gerne segeln wollte und sich eher als Vollmatrosen beschäftigt sah.

Wenn schon nicht als Musiker, dann wenigstens als musikalischer Leiter. „Lu“ wird das mit dem Musical „Linie 1“, die ihn schon ihn seiner Jugend begleitet hat, am Bremerhavener Stadttheater von 1988 bis zum Jahr 1990. Doch er ist Mucker. Das liegt ihm im Blut. Nicht die kurzweiligen Stunden der Bühne, vor der jeden Abend der Vorhang fällt, das Licht ausgeht und man allein mit sich und der Welt bleibt.

In diesem Loch tauchen Freunde, Gönner und Sponsoren auf. Neuer Mut tut sich auf und „Wolfsmond“ wird reanimiert. Das Album „Auf heißer Spur“ entsteht und wird eigentlich nur von wahren Fans der Band um „Lu“ zu barer Münze gemacht. Eine „Kleine Miss Berlin“ reißt niemanden von den Sitzen obwohl diese zu einer Auskopplung als Single herhalten musste.

Es sieht so aus, das „Wolfsmond“ ein Stück Geschichte bleibt. Unter dieser Fahne erscheint zwar noch das ein oder andere Werk dieses Ausnahmemusikers doch besiegelt er zusehends selbst sein Kismet. „No oil no dust“ lautet der Name der Formation mit der er  1995 das Werk "Crazy Walking" mit der in Hannover  ansässigen Band „Victory“ einspielt und eher damit an J.J.Cale oder Tony Joe White erinnert als an seine Musikalität.. Auch die zweite Scheibe "No Rush" floppt eher als das sie tatsächlich Beachtung fand.

Es muss die Enge seiner vier Wände in Bremerhaven sein, zu der nur noch sein alter Freund George Meier zugelassen wird, die das in einem Bremer Studio eingespielte Album „Im Tempel des Adlers“ für ihn Wirklichkeit werden läßt. Vorbei die leichte Heiterkeit seiner Songs und Balladen.

Ein Lichtblick bleibt jedoch aus. Ein letztes Mal steht er mit seinen alten Freunden, George & George und den „Hagen Allstars“ auf der Bühne. Diese hat er sich schwer erarbeitet und man spürt, das er mit seinen Songs dafür gelebt hat und Herzblut daran klebt.

Sein Leben war „Beinah ein Hauch von Einsamkeit“ aber manchmal ein „Engel“ oder „Wie der Wind so frei“. Gewiss jedoch - „Für mich ist es Rock ´n Roll“.

Text: Joe Schmidt
Foto(s): Archiv MUSIKHAVEN
 
Dank an Joe für den Artikel  (http://www.musikhaven.de/index.php?peters_jochen-1)
 
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